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Multicast und Unicast: Wie IPTV-Streams im Netz verteilt werden

Aktualisiert am 4 Min. LesezeitRedaktion iptvkaufen4k

Titelbild zum Ratgeber „Multicast und Unicast“: Laptop mit IPTV-Ratgeber-Blog und Beitragskarten

Die kurze Antwort

Was ist der Unterschied zwischen Multicast und Unicast bei IPTV?

Bei Unicast bekommt jeder Zuschauer einen eigenen Datenstrom vom Server. Bei Multicast schickt der Server einen Strom ins Netz, und das Netz verteilt ihn an alle, die denselben Sender sehen wollen. Multicast wird vor allem in geschlossenen Netzen von Internetanbietern genutzt. IPTV-Apps, die ihre Streams über das offene Internet beziehen, arbeiten in der Regel mit Unicast.

Wer sich mit IPTV beschäftigt, liest in Router-Menüs oder Foren manchmal von „Multicast“ oder „IGMP“. Dahinter steckt die Frage, wie ein Fernsehsignal im Netz an viele Zuschauer verteilt wird. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer einer IPTV-App ist das Thema unkritisch – es erklärt aber, warum manche Router-Einstellungen nur bei bestimmten Angeboten wichtig sind.

Dieser Ratgeber beschreibt beide Verfahren, ihre Vor- und Nachteile und die praktischen Folgen für dein Heimnetz.

Unicast: ein Strom pro Zuschauer

Unicast
Übertragung von einem Sender an genau einen Empfänger. Sehen 1.000 Personen denselben Sender, schickt der Server 1.000 einzelne Datenströme.

Unicast ist das Grundprinzip des Internets: Eine Website, ein Video bei einem Streamingdienst oder ein Live-Stream in einer IPTV-App werden für jede Anfrage einzeln ausgeliefert. Der Vorteil: Es funktioniert überall, über jeden Internetanschluss und in jedem WLAN. Der Nachteil: Die Serverkapazität muss mit der Zahl der Zuschauer wachsen. Wie ein solcher Stream in Abschnitten übertragen und gepuffert wird, erklärt IPTV Stream.

Multicast: ein Strom für alle

Multicast
Übertragung von einem Sender an eine Gruppe von Empfängern. Das Netz vervielfältigt den Datenstrom erst dort, wo sich die Wege zu den Empfängern trennen.

Damit Multicast funktioniert, müssen alle Netzknoten zwischen Server und Zuschauer mitspielen. Das Endgerät meldet sich per IGMP (Internet Group Management Protocol) bei einer Gruppe an – vereinfacht: „Ich möchte diesen Sender sehen.“ Beim Umschalten verlässt es die alte Gruppe und tritt der neuen bei. Im offenen Internet ist Multicast deshalb kaum verfügbar; innerhalb des Netzes eines einzelnen Internetanbieters lässt es sich dagegen gut einsetzen.

Multicast und Unicast im Vergleich

Die beiden Verfahren im Überblick
MerkmalUnicastMulticast
DatenströmeEiner pro ZuschauerEiner pro Sender und Netzabschnitt
Wo nutzbar?Überall im InternetMeist nur im Netz eines Anbieters
Typisch fürIPTV-Apps, Streamingdienste, MediathekenTV-Angebote von Internetanbietern im eigenen Netz
Zeitversetzt schauen, SpulenEinfach möglichBraucht zusätzliche Unicast-Dienste
Anforderungen an den RouterKeine besonderenIGMP-Unterstützung, teils spezielle Einstellungen

Welches Verfahren nutzt meine IPTV-App?

Kurz gesagt

Beziehst du Zugangsdaten als M3U-Link oder Xtream-Codes-Zugang und schaust über eine App auf Stick, Fernseher oder Smartphone, kommen die Streams in aller Regel per Unicast. Besondere Router-Einstellungen für Multicast brauchst du dann nicht.

Multicast begegnet dir vor allem bei TV-Angeboten, die dein Internetanbieter selbst im eigenen Netz verteilt. Dort kann es nötig sein, IGMP oder eine Multicast-Option im Router zu aktivieren. Welche Einstellungen in einer FRITZ!Box relevant sind, erklärt FRITZ!Box und IPTV.

Multicast im WLAN

Multicast und WLAN vertragen sich nicht immer gut: Viele Router senden Multicast-Daten im WLAN mit einer niedrigen Datenrate, was bei hochauflösenden Streams zu Aussetzern führen kann. Router bieten deshalb teils Optionen, Multicast im WLAN in einzelne Unicast-Ströme umzuwandeln. Für Unicast-Streams aus einer App ist das ohne Bedeutung – dort helfen die allgemeinen Tipps aus IPTV über WLAN.

Einfluss auf Umschaltzeit und Verzögerung

Multicast-Angebote im Netz eines Anbieters können sehr schnell umschalten, weil der Stream bereits im Netz vorhanden ist. Unicast-Streams über HTTP werden dagegen in Abschnitten übertragen und gepuffert; das verlängert die Umschaltzeit und den Abstand zum Live-Geschehen. Warum das so ist und was du beeinflussen kannst, erklärt IPTV-Verzögerung.

Was das für dich praktisch bedeutet

Weil IPTV-Apps per Unicast arbeiten, bekommt jedes Gerät im Haushalt seinen eigenen Stream. Schauen zwei Personen gleichzeitig auf zwei Geräten, braucht der Anschluss die doppelte Bandbreite – auch wenn beide denselben Sender sehen. Das ist der Grund, warum Pakete für mehrere Geräte mehrere gleichzeitige Verbindungen umfassen. Einzelheiten stehen unter IPTV auf mehreren Geräten, die nötige Leitung pro Stream unter Was brauche ich für IPTV?.

  • Für jede gleichzeitige Wiedergabe Bandbreite einplanen.
  • Router-Optionen für Multicast nur ändern, wenn dein Anbieter sie ausdrücklich verlangt.
  • Bei Aussetzern zuerst WLAN und Leitung prüfen, nicht die Multicast-Einstellungen.

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Häufige Fragen

Muss ich Multicast im Router aktivieren, um IPTV zu schauen?

Für IPTV-Apps mit M3U- oder Xtream-Codes-Zugang nicht. Nur bestimmte TV-Angebote von Internetanbietern benötigen Multicast-Einstellungen.

Was ist IGMP?

Das Internet Group Management Protocol. Geräte melden sich darüber bei Multicast-Gruppen an und ab – bei IPTV entspricht das dem Ein- und Umschalten eines Senders.

Ist Multicast besser als Unicast?

Für den Netzbetreiber ist Multicast effizienter. Für dich als Zuschauer zählt vor allem, dass der Stream stabil ankommt – das gelingt mit beiden Verfahren.

Quellen und weiterführende Informationen